Technologiekompetenz

Technologiekompetenz für die Welt von morgen: Unsere Wissenschaftler und Entwicklungsingenieure konzentrieren sich auf die aktuellen Schlüsseltechnologien, um die führende Position von ThyssenKrupp bei anspruchsvollen Produkten auch für die Zukunft zu sichern. Insbesondere die Informationstechnologie ist zum unersetzlichen Werkzeug unserer Techniker und Wissenschaftler geworden – nicht nur bei Software und Elektronik, sondern ebenso im Maschinenbau und bei Verfahrenstechnik, Metallurgie und Werkstoffkunde. Als technologie- und dienstleistungsorientierter Konzern entwickeln wir – als Solution Provider für unsere Kunden – innovative Verfahren und Werkstoffe, die der Technik neue Wege öffnen.

In unseren Entwicklungszentren arbeiten mehr als 3.500 Wissenschaftler, Ingenieure und sonstige Spezialisten an mehr als 2.000 Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Alle Projekte sind darauf ausgerichtet, unsere Kernkompetenzen bei Produkten und Verfahren zu stärken. Um die Kundennähe sicherzustellen, führen unsere Gesellschaften, die unmittelbar am Markt operieren, die Projekte durch. Für gemeinsame Aufgaben arbeiten sie in einem Netzwerk zusammen.

Eine neue Stufe unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Innovationen im Automobilbau stellt das Projekt InCar dar, dass die Automobilkompetenz der Segmente Steel und Technologies vernetzt. Das Projekt ist als Lösungs- und Ideenpool für die Bereiche Karosserie, Antriebsstrang und Fahrwerk konzipiert. Neuentwickelte Lösungen werden strukturmechanisch und fertigungstechnisch überprüft und bewertet. Hierzu dient unter anderem eine herstellerneutrale Referenzstruktur, die den neuesten Stand der Technik repräsentiert. Sämtliche Innovationen werden außerdem unter seriennahen Rahmenbedingungen als Prototypen hergestellt und getestet.

Ein innovatives Verfahren für die Feuerverzinkung von Mehrphasenstählen wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Produktionsfachleuten an unserem DOC® Dortmunder OberflächenCentrum entwickelt. Die so genannte Oxidations-/Reduktions-Technik schafft die Voraussetzungen, um die Oberfläche höherfester Mehrphasenstähle im kontinuierlichen Bandprozess qualitativ hochwertig zu veredeln. Mit dieser Technik lassen sich auch weitere Stahlwerkstoffe mit einem Zinküberzug versehen. Die nach dem neuen Verfahren beschichteten Mehrphasenstähle haben ein hohes Marktpotenzial im Automobilleichtbau, und sie reduzieren durch Gewichtseinsparungen den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge.

Crash-Sicherheit und Leichtbau-Potenzial stehen im Mittelpunkt einer segmentübergreifenden Entwicklung von Steel und Stainless. Unseren Entwicklern ist es gelungen, nichtrostenden Stahl und Qualitätsstahl zu einem Tailored Strip zu verbinden und damit die Vorzüge beider Stahlarten optimal zu kombinieren. Tailored Products sind lasergeschweißte Halbzeuge, bei denen Stähle unterschiedlicher Güte, Dicke und Oberflächenbeschichtung miteinander verbunden werden. Hierdurch entstehen maßgeschneiderte Bänder, Platinen oder Hohlprofile, deren Aufbau exakt den im fertigen Bauteil herrschenden Belastungen entspricht.

Werkstoffinnovationen werden immer mehr auch zum Schlüssel für effizienten Klimaschutz und Ressourcenschonung. Bei fossil befeuerten Dampfkraftwerken rücken vor allem neue Kraftwerksgenerationen in den Fokus, die durch höhere Temperaturen und Drücke des Dampfes bessere Wirkungsgrade erreichen können. Gemeinsam mit Kraftwerksbetreibern und Herstellern von Kraftwerkskesseln haben wir mit der Legierungsvariante Nicrofer® 5520 Co B einen Werkstoff entwickelt, der die erhöhten thermischen und korrosiven Anforderungen dieser Kraftwerke erfüllt.

Effizienz und Umweltfreundlichkeit sind wesentliche Kriterien bei Neu- und Weiterentwicklungen in den unterschiedlichen Bereichen unserer Aktivitäten im Anlagenbau, der zu unserem Segment Technologies gehört. Auf Grund der aktuellen Weltmarktlage, der Versorgungssituation mit fossilen Brennstoffen und der Bemühungen um kohlendioxidarme Energieerzeugung interessieren sich immer mehr Kunden für Anlagen, die Kohle vergasen, Petrolkoks aus Raffinerierückständen herstellen oder Biomasse nutzen. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen auf den Gebieten der Feststoffvergasung und Kohlechemie und bieten hierfür zahlreiche Verfahren an.

Mit dem TWIN-Aufzug hat unser Segment Elevator eine neue Ära der Aufzugstechnik begründet. Immer mehr Bauherren und Architekten setzen auf das innovative Konzept der Personenbeförderung in hohen Gebäuden, bei dem sich zwei Kabinen übereinander und unabhängig voneinander im selben Schacht bewegen. Dies ermöglicht eine optimale Auslastung: Bei bestehenden Gebäuden wird eine erhebliche Steigerung der Transportleistung bei gleicher Anzahl von Schächten erreicht. Im Neuanlagenbereich kann ein Drittel der Schächte eingespart und die Nutzfläche im Vergleich zu herkömmlichen Aufzügen erhöht werden – ein Argument, das vor dem Hintergrund hoher Mieterlöse immer mehr an Gewicht gewinnt. Schon eine einzige Anlage kann in hohen Gebäuden einen spürbaren Zugewinn an Entlastung und Komfort bringen.

Für den Schienenverkehr stellt das Segment Services das System "Neue Feste Fahrbahn" (NFF) als innovative Alternative für Neu- und Ausbaustrecken mit schwierigen Baugrundverhältnissen bereit. Anders als herkömmliche feste Fahrbahnen, deren Beton- oder Asphalttragschicht flach auf dem Untergrund liegt, stützt sich das neue System auf eine brückenähnliche Unterkonstruktion. Dazu werden Betonpfähle paarweise in den Erdboden gepresst und über Querträger verbunden. Hierauf liegen Längsträger aus Beton, auf denen die Schienen montiert sind. Die Lasten aus dem Fahrbetrieb werden durch diese Konstruktion unmittelbar in tiefe und tragfähige Bodenschichten abgeleitet.